Testbericht The Simpsons: Tapped Out (iOS) Review

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[Anmerkung: Der Download von The Simpsons: Tapped Out ist derzeit wegen zu großer Nachfrage nicht verfügbar]

In Bezug auf Videospiele hatten die Simpsons bisher nicht sonderlich viel Glück. Auch wenn die Trickfilm-Familie im Fernsehen riesige Erfolge feiert, wollte der serientypische Humor in einem interaktiven Szenario bislang noch nie so richtig funktionieren.

Deshalb ist es wenig verwunderlich, dass EA bei The
Simpsons: Tapped Out, einem rund um ein Freemium-Modell aufgebautem FarmVille-Klon, auf Nummer sicher gehen wollte und daher dessen Lizenz genauso sehr wie das eigentliche Gameplay nutzt, um Kunden anzulocken.

Das Ergebnis ist zwar nicht unbedingt schlecht, sofern dumpfe und zeitraubende Aufgaben euer Ding sind, dennoch setzt es die Reihe enttäuschender Spiele, die auf einem der größten Namen in der Unterhaltungsindustrie aufbauen, fort.

SpringfieldVille

Das Spiel beginnt mit Homer an seinem Arbeitsplatz, wo er auf einem iPad-ähnlichen Gerät herumtippt und sich darüber beschwert, wie langweilig dieser FarmVille-Klon doch ist, den er da gerade spielt. Es folgen noch ein paar Witze und dann fegt eine Kernexplosion Springfield vom Antlitz der Erde. Eure Aufgabe ist es nun, die Stadt ganz nach eurem Belieben wiederaufzubauen.

Ein Tutorial führt euch in die Besonderheiten des Städteplanens ein, erklärt euch, wie ihr Häuser kauft, Quests absolviert und die beiden Währungen des Spiels verdient: Bargeld und Donuts. Die Donuts sind zwar genauso rar wie geistreiche Bemerkungen, jedoch könnt ihr welche mit echtem Geld dazukaufen.

Mit Bargeld könnt ihr Standard-Items erwerben – also ebenjene Dinge, die benötigt werden, um eine lebendige Gemeinschaft zweitklassiger und nicht sonderlich interessanter Charaktere zu erschaffen. Wer die großen Nummern der Show haben möchte, muss Donuts ausgeben.

Nicht gerade kromulent

Quests erscheinen in Form von Ausrufezeichen über den Köpfen der Charaktere. Berührt ihr eines davon, dürft ihr einem nicht allzu gehaltvollen Dialog lauschen, bevor der entsprechende Charakter dann vergnügt aufbricht und jede noch so niedere Aufgabe erfüllt.

Das Erfüllen dieser Aufgaben kann Stunden dauern, die Dinge können aber – wenig überraschend – beschleunigt werden, indem man großzügig den einen oder anderen Donut springen lässt. Dasselbe gilt für das Errichten neuer Strukturen, welche euch in Form von Steuereinnahmen Bargeld und Erfahrungspunkte einbringen.

Einmal am Tag dürft ihr alternative Versionen von Springfield besuchen –entweder das in dem Spiel enthaltene oder eines, das eure Freunde erschaffen haben. Dort dürft ihr dann auch Geld verdienen und eure Freunde können dasselbe in eurer Version der Stadt tun. Jedoch benötigt ihr einen Origin-Account, um die Online-Funktionen des Spiels nutzen zu können.

Benötigt Vergrandung

Das Gameplay ist von gelegentlichen Scherzen der Charaktere durchzogen. Meistens machen diese sich darüber lustig, wie euch das Freemium-Modell das Geld aus den Taschen zieht und allzu oft wirken diese Scherze dabei schon eher bösartig anstatt satirisch.

The
Simpsons: Tapped Out möchte, dass ihr euch euer eigenes kleines Springfield erschafft, dieses verwaltet und mit Charakteren anfüllt, die ihr kennt und liebt. Letzten Endes fühlt sich das alles jedoch ein klein wenig zu süßlich an. Es buhlt um eure Aufmerksamkeit und belohnt dabei regelmäßiges Spielen, raubt euch anderseits aber die Früchte eures Erfolges, solltet ihr mal einen Tag verpassen.

Und in Sachen Gameplay gibt es ganz einfach nicht genug Abwechslung, um einen bei Laune zu halten. Ganz so wie Homer zu Beginn des Spiels macht ihr nichts anderes, als auf dem Bildschirm herumzutippen und zu entscheiden, ob ihr eure hart verdienten Snacks nun zur Beschleunigung der Angelegenheiten ausgebt oder nicht.

Was übrigbleibt, ist eine Parodie, die jedoch viel zu dicht am Original ist, als dass sie überzeugen könnte.

5
Fazit: 
The Simpsons: Tapped Out verlässt sich voll und ganz auf seine Lizenz und einige Brocken Humor von der Simpsons-Tafel, ist aber ansonsten eine stinknormale Städte-Sim mit wenig Empfehlenswertem, sobald der Groening-Glanz einmal verblasst ist.

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