Testbericht Samurai Bloodshow (iOS) Review

Bild des Benutzers Manfred Beck

SEGA zeigt, wie man‘s richtig macht. In den letzten Tagen von Japans Irrwegen (auch bekannt als die Heian-Zeit) bricht ein riesiger Krieg aus. Der amtierende Shogun-Clan der Taira kämpft gegen den Minamoto-Clan, und wie die „Dynasty Warriors“-Serie hält sich auch Samurai Bloodshow halbwegs streng an die geschichtlichen Vorgaben:


Unter Minamoto no Yoritomo, der wegen seiner Jugend von Kiyomori verschont worden war, schlug sein Halbbruder Minamoto no Yoshitsune zahlreiche Schlachten gegen die Taira. Mit der Seeschlacht von Dannoura endete dann die Herrschaft der Taira: Der Kindkaiser Antoku starb, und der Klan der Taira wurde ausgelöscht. Yoritomo ließ Yoshitsune umbringen und wurde 1192 zum sei-i-tai-shogun (Oberster Kommandant des Heeres zur Vertreibung der Barbaren) ernannt. Er errichtete eine Militärverwaltung, die ihr Zentrum in Kamakura hatte und Bakufu genannt wurde.

Dies geschah gegen Mitte des 12. Jahrhunderts.

Samurai Bloodshow tut sein Bestes, um euch den Flair der damaligen Zeit näherzubringen, und am besten können wir dies mit dem Launchtitel zum Spiel vermitteln:





Samurai Bloodshow versetzt euch in die Lage des obersten Herrn, und eure Aufgabe ist es, zu jeder Zeit den zu eurer Linken anwesenden General zu schützen. Vor dem General (lest: rechts von ihm) befindet sich ein Raster, auf dem ihr eure Karten - also eure Truppen - setzen könnt.


Das Setzen der Einheiten kostet euch nichts, aber nachdem ihr euer Startkontingent von drei Leuten auf das Feld gebracht habt, müsst ihr eine Box nachkaufen. Je nachdem, ob ihr euch für Pflaume, Bambus oder Kiefernholz entscheiden (Preis: 10, 18 oder 26 Gold), erhaltet ihr eine, zwei oder drei Karten auf die Hand. Gold erhaltet ihr in regelmäßigen Abständen und der aktuelle Stand wird euch links oben angezeigt.

Via Drag & Drop könnt ihr eure Karten einfach auf das Schlachtfeld ziehen, und eine Bestätigung später steht der Mann auch schon kampfbereit vor euch. Interessant ist, dass es keine unterschiedlichen Stärken gibt: Treffen zwei gleichwertige Krieger aufeinander, löschen sich beide mit dem letzten Hieb gegenseitig aus. Damit ihr dies verhindern könnt, gibt es die Option des Aufstufens: Zieht ihr eine gleiche Karte auf den Söldner, könnt ihr ihn - ebenfalls eine Bestätigung später - aufstufen. Er ist komplett geheilt und darüber hinaus stärker: Es ist also Pflicht, auch das Timing des Auflevelns zu berücksichtigen.

Ihr könnt die Zeit übrigens mit dem Fast Forward-Pfeil rechts beschleunigen, so sind kurze Pausen zwischen den Angriffswellen leichter zu überbrücken. Damit die strategische Tiefe noch weiter geht, könnt ihr eure einmal gesetzten Soldaten (anders als etwa in Plants vs. Zombies) auch gegen einen geringen Obulus bewegen. Jede Karte hat ihre eigene Bewegungsgeschwindigkeit und -radius, und live sieht Samurai Bloodshow so aus:



Das Deck, also eure Kartenauswahl, die ihr in den Kampf mitnehmen dürft, müsst ihr zunächst sorgsam auswählen. Eine Obergrenze an Punkten, die ihr Schritt für Schritt in den Schlachten erweitert, verhindert, dass ihr von Anfang an mit einem extrem starken Deck loslegen könnt.


So müsst ihr zunächst mit den einfachen Fußsoldaten vorlieb nehmen, bevor ihr den Fokus auf die Kavallerie legen und euch später auch auf Bogenschützen und magische Wesen verlassen dürft. Ihr könnt die Karten aber nicht nur freispielen, sondern sie auch gleich via In-App-Käufen freischalten. Hier sind die Preise meines Erachtens aber völlig überteuert, da etwa ein Set mit allen Kartentypen über 20 Euro kostet - und das bei einem Grundspiel, dessen Preis bei vier Euro liegt? Naja.

Auch die extrem authentische Sounduntermalung ist nur etwas für absolute Japan-Fans, alle anderen könnte der typische Gesang und die Shamisen-Klänge etwas stören. 20 Schauplätze warten auf euch, die ihr in fünf Schwierigkeitsstufen in Angriff nehmt - je schwerer der Level, umso stärker die Belohnung.

Wenn ihr Plants vs. Zombies schon mehrere Male durchgespielt haben solltet, euch lange Levels also nichts ausmachen, ihr auch mit beweglichen Einheiten bestens zurecht kommt und absolutes Japan-Flair liebt, könnt ihr mit dem Kauf von SEGAs Samurai Bloodshow nichts falsch machen.
9
Fazit: 
Nur ein Sammelkartenspiel, nur ein Tower-Defense-Titel? Nein, viel mehr als das. Um nur vier Euro erhalten Spieler ein Game, das Interessierte viele Stunden lang vor dem Touchscreen hält und Japanologen lächelnd einschlafen lässt. Die Einheiten und auch die Spielumgebung selbst wurden mit unglaublicher Liebe zum Detail erstellt, das lässt sich bei jeder Spielminute entdecken. Hut ab vor SEGA: Äußerst interessanter Titel!

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