Testbericht PlayStation All-Stars Battle Royale (PS Vita) Review

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Eine Warnung im Voraus: Nintendos Smash Bros-Serie werde ich mindestens einmal während dieses Reviews erwähnen.

Ich möchte damit keinesfalls PlayStation-Gamer verärgern, sondern einfach verdeutlichen, dass PS All-Stars Battle Royale enorm vom Nintendo-Klassiker inspiriert wurde. Sony gab es sogar in einigen Mitteilungen zu, die vor Kurzem an Journalisten versandt wurden.

Und seien wir mal ehrlich – es ist ein kluger Schachzug. Viele Elemente von PS All-Stars Battle Royale, von allgemeinen Kämpfen bis hin zum lockeren Arcade-Modus, basieren auf dem Pendant von Nintendo.

Allerdings bringt PS All-Stars Battle Royale einige neue Ideen mit, wodurch es sich vom bereits genannten Spiel abgrenzt. Leider setzt es die beliebte Formel an manchen Stellen aber auch negativ um, was für eine Spielerfahrung sorgt, die toll ist, aber nicht atemberaubend.

Sternenklare Nacht

In PS All-Stars Battle Royale geht es grundlegend darum, dass sich sehr populäre bis weniger bekannte PlayStation-Charaktere im Side-Scrolling-Platformer-Stil der Gewalt hingeben.

Jeder Charakter, von Drake bis Ratchet, hat seine eigenen einzigartigen Fähigkeiten, die von einfachen Beat-Downs über Laserpistolen bis hin zu gigantischen Schwerthieben reichen. Es gibt eine riesige Menge an Abwechslung, an Charakteren und Fähigkeiten, und alles ist gut ausbalanciert.

Während ihr lauft, springt und eure Gegner durch eine von vielen PlayStation-thematisierten Arenen werft, füllt sich euer Super Meter, bis ihr euch entwickelt. Erst Level 1, dann Level 2 und schließlich – nach jeder Menge Kämpfen – zu Level 3.

Das ist ein Beispiel für den Versuch von PS All-Stars Battle Royale, sich von seiner Inspiration abzugrenzen, und es ist gleichzeitig der Schlüssel, andere Spieler zu besiegen. Anstatt sie aus der Welt zu befördern, versucht ihr, sie mit eurem Super Move zu treffen.

Level 1-Attacken sind ziemlich schwach und langsam, während die auf Level 2 ein bisschen stärker und damit tödlich sind. Die Level 3-Super Moves dagegen sind die, die dazu genutzt werden, um andere Spieler mehrmals zu zerstören, wodurch der Bildschirm mit Tod nur so gefüllt wird oder aber ihr werdet für eine kurze Zeit unbesiegbar und unterwerft somit eure Gegenspieler.

Dieses Level-System ist das, was PS All-Stars Battle Royale interessant macht. Spart ihr euch immer nur bis Level 1 auf und nehmt das Risiko in Kauf, dass ihr vielleicht niemanden trefft? Oder wartet ihr bis Level 3 und hofft, loslegen zu können, ehe die Zeit rum ist? Diese Risikofaktoren hinter dem Kill-System sind enorm unterhaltsam und geben dem ganzen Spiel noch mehr Spannung.

Tretet online in der Stage an

PS All-Stars Battle Royale versucht, sich auch in anderen Bereichen von Smash Bros zu distanzieren. Die verschiedenen Arenen und Stages zum Beispiel sind an beliebte PlayStation-Spiele angelehnt, aber gemixt mit anderen PlayStation-Titeln und -Figuren wie Buzz und Patapon, die die Stages anderer Games überfallen.

Das ist eine wirklich gute Idee und hilft, das sonst ziemlich langweilige Level-Design mit Leben zu füllen. Wir können uns an viele Mash-Ups recht gut erinnern, aber wenn wir versuchen, uns an das Layout eines einzigen Levels zu erinnern, fällt es extrem schwer, da sie alle so flach sind.

PS All-Stars Battle Royale versucht aber vor allem, über seine Online-Funktion den Thron der Side-Scrolling-Kämpfer an sich zu reißen. Es gibt alle paar Wochen „Seasons“ und ihr werdet unter anderem mit Bändern belohnt, je nachdem, wie ihr euch in der Season geschlagen habt.

Ähnlich wie in Street Fighter gibt es auch Ränge und Titel für Spieler, die online dominieren, damit ihr allen zeigen könnt, wie gut ihr seid – eine gute Idee, die uns in Zukunft zweifellos öfter begegnen wird.

Das Online-Spiel selbst unterscheidet sich sehr vom Solo-Spiel oder lockeren Kämpfen mit Freunden, da alles taktischer, aber auch wilder ist. Es dauert eine Weile, um sich reinzufuchsen, doch sobald ihr drin seid, wisst ihr, dass es ziemlich süchtig macht.

Rückzug

Doch dann stolpert PS All-Stars Battle Royale und schlägt sich das Gesicht am kalten, harten Boden auf.

Das Solo-Spiel, in dem ihr euch einfach den Weg durch zahlreiche Schlachten mit jedem einzelnen Charakter bahnt, ist stinklangweilig. Es gibt nicht genug Abwechslung und ihr spielt im Grunde scheinbar nur Zufallskämpfe – immer und immer wieder.

Es gibt ein wenig Story am Anfang und am Ende mit Sprachausgabe und statischen Bildern, doch sind diese insgesamt spärlich designt. Die einzige Ausnahme ist der Endgegner, der Polygon-Modell-Versionen anderer Charaktere einführt, die euch angreifen. Kommt euch das bekannt vor?

Es gibt aber auch ein wahres No Go – die Steuerung in PS All-Stars Battle Royale ist einfach nicht straff bzw. flüssig genug, sondern fühlt sich leicht roboterartig an. Es ist viel reicher an Button-Mashing als Smash Bros, denn beispielsweise ist der Versuch, eine straffe Combo-Sequenz auszuführen, nahezu unmöglich.

Die Training-Level und das Level-Up-System ermutigen euch, die Steuerung jedes Charakters zu verinnerlichen, doch der wahre Test ist, ob das im vollen Gange gegen andere Spieler etwas nützt. Und um ehrlich zu sein, ist die Steuerung bei Weitem nicht perfekt.

Zu allem Überfluss sind die Items schrecklich. Sie verleihen den Spielern mehr Kraft, verbesserte Geschwindigkeit oder ähnliche uninteressante Attribute. Erinnert ihr euch an Smash Bros, wenn alle zum zuletzt erschienenen Item rasen? In allen All-Stars-Partien, die ich online gespielt habe, wurde jedes neue Item in der Arena ignoriert.

PS All-Stars Battle Royale wird nicht bei jedem auf der "Spiel des Jahres"-Liste stehen, doch werden auch die, die es sich holen, nicht enttäuscht werden. Es ist kein Knockout, kratzt aber doch gerade so am Punktesieg.

7
Fazit: 
PlayStation All-Stars Battle Royale spielt mit der Smash Bros-Formel und kommt mit einer Mehrspieler-Erfahrung daher, die Spaß macht, aber nicht unverzichtbar ist

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