Testbericht Kid Icarus: Uprising (3DS) Review

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Kid Icarus: Uprising war einer der am sehnlichsten erwarteten Titel, als der 3DS im vergangenen Jahr veröffentlicht worden war. Trotz seiner 21-jährigen Auszeit waren die Fans der Serie noch immer heiß darauf, die Welt dieses verdammt schweren NES- und Game Boy-Franchises erneut besuchen zu dürfen.

In dieser insgesamt nun hübscheren und freundlicheren Episode erhält unser engelhafter Held Pit von der Göttin Palutena den Befehl, die Angriffe der Armeen der Unterwelt abzuwehren, die nach der Rückkehr der schlangenhaarigen Medusa aufgetaucht sind.

Da die Geschichte in der griechischen Mythologie angesiedelt ist, erwarten uns Gastauftritte von altbekannten Feinden, griechischen Gottheiten und bösen Doppelgängern. Die Plänkeleien zwischen den Figuren von Uprising bieten dabei immer wieder Raum für unterhaltsame Kommentare und alberne Insiderwitze.

Die Kapitel bestehen aus 30-minütigen, actionreichen Abschnitten, welche in jeweils zwei unterschiedliche Bereiche unterteilt sind. Jedes Level beginnt damit, wie sich Pit in die Lüfte erhebt und in bester Rail Shooter-Manier gegen die Truppen der Unterwelt kämpft, bevor er dann fünf Minuten später auf festem Boden landet und zu Fuß weitergeht.

Die Abschnitte in der Luft bieten die mitunter größte Sichtweite und den besten 3D-Effekt, den es bislang für den stereoskopischen Bildschirm des 3DS zu bestaunen gab. Es gibt glitzernde Ozeane, funkelnde Sterne und gewaltige Schlachtfelder, die sich meilenweit ausdehnen, wenn ihr den 3D-Slider auf Maximum stellt.

Die Abschnitte auf dem Boden sind hingegen etwas schleppend verlaufende Hack-and-Slash-Angelegenheiten, bei denen ihr euch durch das Kanonenfutter aus der Unterwelt zu einem Boss hindurchkämpft, der schon längst auf eure Ankunft wartet. Und dort geht es dann richtig zur Sache.

Die Würze des Lebens

Die Entwickler von Project Sora, die von dem Super Smash Bros.-Veteranen Masahiro Sakurai angeführt werden, haben ihren Debüt-Titel mit Optionen gerade nur so vollgestopft.

Die Kombination der verschiedenen Spielstile in Kid Icarus: Uprising geht jedoch auf Kosten von dessen Steuerung. Ganz egal, ob ihr euch nun dafür entscheidet, mit dem Touchscreen zu zielen, das Circle Pad Pro zu verwenden oder die Steuerung individuell nach euren Vorlieben anzupassen, gibt es stets eine Lernkurve, bevor ihr euch an die Steuerung gewöhnt und diese letztendlich gemeistert habt.

Um den richtigen Kampfstil zu finden, ist es erforderlich, mit Pits vielfältigem Waffenarsenal herumzuexperimentieren. Egal, ob ihr nun beliebte Nahkampfwaffen wie Klingen, Krallen und Knüppel oder für den Fernkampf gedachte Utensilien wie Bogen, Zaubersprüche oder Orbitare verwendet: Jede Waffe verhält sich dabei sowohl im Storymodus als auch in den Online-Herausforderungen auf Grund ihrer einzigartigen Fähigkeiten wie eine eigene Klasse.

Auf euren Reisen (einschließlich StreetPass und SpotPass) gesammelte Waffen könnt ihr entweder verkaufen oder mit euren anderen Waffen verschmelzen und so neue erschaffen. Die Anzahl der Fähigkeiten, mit denen ihr Pit ausstatten könnt, hängt dabei davon ab, wie gut ihr im Stapeln von Tetris-Steinen seid.

Es ist nicht sonderlich schwer, die Tiefe von Kid Icarus: Uprisings Kampfsystem zu überblicken, wollt ihr es aber hingegen auch mit den größeren Herausforderungen des Spiels aufnehmen, dann müsst ihr eure Ausrüstung unbedingt stets im Auge behalten.

Noch mehr Errungenschaften

Neben den zahlreichen Spieloptionen wurden auch eine ganze Menge Extras in die Cartridge hineingepresst.

So gibt es hunderte von Idolen zu sammeln und Portraits zu vervollständigen, eine Schatzkiste, die eure Errungenschaften aufzeichnet sowie eine Musik-Galerie, in der ihr euch am Soundtrack des Spiels erfreuen könnt.

Als Sahnehäubchen ziert dieses üppig ausgefallene Paket zudem noch Light vs Dark, eine rasante drei-gegen-drei-Arena, in der ihr lokal oder online antreten dürft.

Ziel ist es, gemeinsam als Team die Energieanzeige des gegnerischen Teams zu dezimieren, Power-Ups zu hamstern, die Engel der anderen zu beschützen und die drei Teile der ultimativen Waffe zu finden.

Es ist sicherlich kein Smash Bros., wer hier aber ernsthaft mitmischen möchte, sollte besser ein wenig Zeit in die Free-For-All-Modi investieren, bevor er sich an das Spielen im Team heranwagt.

Kopfüber zum Heiligenschein

Selbst nach 21 Jahren ändern sich manche Dinge nicht. Pit futtert noch immer Junk-Food, er fürchtet sich vor Zauberern, die ihn in eine Aubergine verwandeln wollen, und wenn er nicht gerade den farbenfrohen, optisch fragwürdigen Schergen der Unterwelt Schmerzen zufügt, dann badet er in gelben, heißdampfenden Quellen.

Kid Icarus: Uprising verzichtet nicht auf den skurrilen Charme seiner Vergangenheit.

Stattdessen erwacht die Serie frisch gestärkt aus einem längeren Nickerchen und ist genauso gut, wie wir es gehofft hatten.

8
Fazit: 
Einige kleinere Probleme verhindern, dass Uprising ein himmlisches Erlebnis ist, aber für einen Star, der über zwei Jahrzehnte abseits des Rampenlichts verbracht hat, ist Pits Rückkehr nicht weniger als ein Triumph

Kategorie: 
3DS