Testbericht Incoboto (iPad) Review

Bild des Benutzers Anne

Inco ist allein und der Himmel ist dunkel. Die Sonnen sind eine nach der anderen ausgegangen und anscheinend kennt nur die mysteriöse Corporation den Grund dafür.

Auf seinem kleinen Planeten begegnet Inco einsam und verlassen Helios – der letzten lebenden Sonne – und sie beide machen sich auf den Weg, den Himmel wieder zum Leuchten zu bringen.

Mit seinen düsteren Schattenbildern und ätherischen Melodien verströmt
Incoboto genau die Art schwermütiger Stimmung, die heutzutage anscheinend nur noch kleine Independent-Games erreichen können.

Es ist ein seichtes Jump & Run und teuflisches Puzzlespiel zugleich, das sich dabei stets äußerst stimmungsvoll zeigt. Zudem löst es einen verführerischen Entdeckungsgeist aus, wenn Inco und Helios bis zum Rande der Galaxie reisen.

Das Tanzbein schwingen

Vom Aufbau her besteht jeder Level aus einem überschaubaren Sternenhaufen, von denen jeder seine eigenen Rätsel beherbergt, die es zu lösen gilt, um genügend Sonnenteile zu sammeln. Mit diesen kann man dann die Sonnentore öffnen und weiter ins Unbekannte reisen.

Zu Beginn drückt ihr einfach Tasten, um alternden Maschinen neues Leben einzuhauchen. Doch schon bald darauf werdet ihr Kugeln jonglieren, auf Strahlen reiten, euch raufen und sogar Helios Strahlen in der Hoffnung bündeln, so die Galaxie wiederzuerwecken.

Keine Frage, alle diese Dinge sind uns bereits wohlvertraut. Aber die gekonnte Art und Weise, wie diese Elemente miteinander kombiniert werden und dabei stets voller Einfallsreichtum unser Vermögen zum Querdenken auf die Probe stellen, beeindrucken uns genauso oft wie sie uns erfreuen.

The Sun'll Come Out Tomorrow

Incoboto scheut sich auch nicht, euch die eine oder andere Herausforderung zu bieten und so offenbaren sich spätere Puzzles nicht nur als raffiniert, sondern als geradezu teuflisch.

Deren Lösungen sind jedoch niemals mehr als eine schnelle Eingebung weit entfernt und Fortschritte werden mit dem Gefühl, tatsächlich etwas geleistet zu haben, belohnt.

Auch seid ihr dabei nicht völlig auf euch allein gestellt – verzweifelte Mitteilungen der Corporation flimmern über die Bildschirme verlassener Terminals und aus den Knochen vorheriger Abenteurer steigen Hinweise auf. Dieses subtile Vorgehen bringt euch Stück für Stück voran, ohne dabei jemals
Incoboto seiner Magie zu berauben.

Sollte
Incobotos Gestaltung irgendwelche Makel haben, dann sind diese in den gelegentlichen Problemen bei der Steuerung zu suchen. Während die Puzzles immer komplexer werden – und einem Schnelligkeit, gutes Timing sowie Pfiffigkeit abverlangen – hat Incobotos ungewöhnliche Steuerung mitunter Probleme, mit dem Geschehen schrittzuhalten.

Dennoch gibt es keinen Zweifel an
Incobotos außergewöhnlicher Qualität. Es ist intelligent, atmosphärisch und – wenn das Spiel auf sein Ende zugeht – seltsamerweise auch ergreifend. Es ist ein Erlebnis, das äußerst spannend ist so lange es anhält, einem aber auch dann noch lange in Erinnerung bleibt, wenn es schon längst vorbei ist.

9
Fazit: 
Eine wunderschön designte, erbarmungslos originelle Weltraum-Kuriosität mit ganz viel Herz

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