Testbericht The Hobbit: Kingdoms of Middle-earth (iOS) Review

Bild des Benutzers Anne

Als ich The Hobbit: Kingdoms of Middle-earth gespielt habe, wurde ich einfach dieses starke Gefühl der Vertrautheit nicht los.

Könnte es an den Erinnerungen an Tolkiens zeitlose Geschichte des Reisens, der Tapferkeit und der Freundschaft liegen, auf der dieser Freemium-City-Builder sehr lose basiert? Könnten die vergangenen fünfzehn Jahre mit Peter Jacksons Der Herr der Ringe-Trilogie der Grund dafür sein?

Nein, es hat nichts mit dem Ausgangsmaterial zu tun. Es ist die Tatsache, dass ich dieses Spiel vor nicht mal drei Monaten bereits gespielt habe.

Die Ringe ändern sich

Nehmt The Hobbit: Kingdoms of Middle-earth, streift seine latent unbedeutenden Verbindungen zu Tolkiens Universum ab und klatscht eine King Arthur-ähnliche Haut rauf. Schon habt ihr Kingdoms of Camelot: Battle for the North nahezu in seiner Gesamtheit.

Entwickler Kabam ist für beide Spiele verantwortlich, sodass Ähnlichkeiten unvermeidlich sind. Das Außmaß aber, wie gleich sich beide Titel spielen und wie ähnlich sie sich optisch sind, ist wie ein schlechter Scherz.

Natürlich ist Tolkiens Mittelerde ein bekannterer und gut umgesetzter Ort, in dem ihr Zeit verbringen wollt. Doch wie ich bereits erwähnte, ist die Verbindung zu diesem reichen Universum ziemlich schwach.

Wählt eure Seite

Nachdem ihr euch entschieden habt, ob ihr Elben oder Zwerge spielen wollt, geht es für euch durch die Tutorial-Sektion mit Legolas beziehungsweise Thorin. Sie erklären euch, wie das gewöhnliche Treiben in diesem Freemium-City-Builder abläuft (oder sie warten endlos darauf, dass Sachen gebaut werden), um noch mehr Dinge zu bekommen. Ihr kennt das Prozedere.

Es ist eine Frage des Voranbringens jedes Elements – mehr Häuser erhöhen eure Einwohneranzahl, durch ein Upgrade der Holzbearbeitungs-Einrichtungen lassen sich Bogenschützen ausbilden und so weiter. Es wird wenig verschleiert und es ist in vielerlei Hinsicht ein wirklich lineares Spiel. Da helfen auch die künstlichen Beschränkungen des Freemium-Models nicht.

Wie in Kingdoms of Camelot könnt ihr maximal ein Gebäude auf einmal bauen oder upgraden. Das kann Minuten oder sogar Stunden dauern – es sei denn, ihr bezahlt etwas Mithril (die Währung im Spiel), um die Dinge zu beschleunigen.

Natürlich müsst ihr, um Mithril zu erwerben, ganz egal in welcher Menge, eure Geldbörse zücken. Lasst euch gesagt sein, das ist nicht billig. Für 50 Mithril müsst ihr beispielsweise 4,49€ berappen.

Kurzer Prozess

Die Art und Weise, wie The Hobbit: Kingdoms of Middle-earth nach einer anfänglichen Phase des schnellen Fortschritts wieder zum Stillstand kommt, ist äußerst ärgerlich. Es wird ein bisschen besser, wenn ihr die Anfangshürden gemeistert habt und endlich gegen Gegner aus dem echten Leben in die Schlacht zieht, doch schiebt ihr in den Kämpfen lediglich Zahlen hin und her.

Ähnlich wie Kingdoms of Camelot beweist dieses Spiel seine Stärken mit seinen sozialen Elementen, dem Beobachten der Chat-Channel und dem Beitritt eines Bündnisses für Schutz und Unterstützung. Davon abgesehen, ist es eine sehr eingeschränkte Erfahrung.

Wie bereits erwähnt, wurde Tolkiens Universum nur schlecht eingebunden. Ihr nutzt bekannte Helden, um eure Fähigkeiten zu verstärken und das Training zu verbessern, aber sie sind nur karge Abbilder. Nichts von ihren bekannten Persönlichkeiten wurde ins Spiel eingebracht.

Solltet ihr nach einem weiteren Social-Freemium-City-Builder suchen – und habt noch nichts von Kabams vorigen Versuchen gezockt – werdet ihr hiermit wahrscheinlich etwas Spaß finden. Für die meisten Leute ist dies aber einfach ein ziemlich durchschnittliches Spiel in neuem Gewand.

5
Fazit: 
Als eine Art zynische Neuauflage von Kingdoms of Camelot: Battle for the North enttäuscht The Hobbit: Kingdoms of Middle-earth Tolkien-Fans und erfahrene Freemium-Städtebauer gleichermaßen

Kategorie: