Testbericht Dungeon Hunter: Alliance (PS Vita) Review

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Es gab einen ganz bestimmten Moment, an dem ich erkannte, dass Gamelofts Action-Rollenspiel Dungeon Hunter mehr als bloß ein schlechtes Spiel ist – es ist ein elender, technisch unbrauchbarer Murks.

Ich befinde mich in den Tiefen des Verstecks des Kobold-Königs und nachdem ich mich über 150 völlig identisch aussehende Kobold-Lakaien geärgert habe, werde ich von einem trampeligen Troll belästigt. Dieser mag zwar langsam und dämlich sein, jedoch kann er mit seinen riesigen Griffeln ziemlich großen Schaden anrichten, wenn diese meinem Level 5-Gauner an die Omme knallen.

Deshalb beschließe ich, zu einer Armbrust zu wechseln, mich zurückzuziehen und aus der Ferne anzugreifen. Für einen Moment funktioniert dies auch, doch schon bald schnallt der Troll dies und er rennt weg. Ich verfolge ihn und dann, *puff*, löst er sich in Luft auf.

Das hässliche Ungetüm teleportiert sich dann durch den Level und taucht wie von Geisterhand auf der anderen Seite des Raumes wieder auf: nun jedoch mit einer vollständig aufgefüllten Energieleiste.

Dieses Spielchen treiben wir für eine Weile, wiederholen es wieder und wieder bis wir es endlich begreifen: Ubisoft hat ganz einfach einen Scherbenhaufen veröffentlicht.

Der Troll taucht etwa sechs Mal auf und verschwindet wieder bevor ich es aufgebe und zu einem Schwert greife.

Diabolisch

Ich wünschte, dies wäre ein Einzelfall, aber
Dungeon Hunter: Alliance –Gamelofts plumpe Diablo-Kopie, komplett mit zufälligen Beutestücken, endlosen Viechern zum Verkloppen, einem Fertigkeitenbaum und einer Reihe an Zaubersprüchen – versagt immer wieder.

Zum Beispiel sind die Ladezeiten schrecklich lang und für ein Spiel mit derart unentwickelten isometrischen Grafiken gibt es während der Schlachten erstaunlich viele Slowdowns und Performanceprobleme.

Die Treffererkennung ist unzuverlässig, die Umgebung scheint nur dazu da zu sein, damit der Held an dieser hängenbleiben kann und wie wir bereits sagten, tauchen Gegner oft aus dem Nichts auf.

Aber die Probleme von
Dungeon Hunter gehen über die Bugs und die langwierigen Ladezeiten noch hinaus. Es ist ein vollkommen ödes Spiel, das sich einzig auf Dinge wie stundenlanges Tasten-Rumgedrücke in primitiven Kämpfen, das Annehmen und Absolvieren von Quests in Verliesen und Städten sowie das recht seltsame Bisschen an Innovation wie z.B. beim Platzieren eines Fasses auf eine Druckplatte beschränkt.

Torchlite

Wichtigstes Element des Spiels sind dessen große Menge an Beutegütern. Indem ihr Banditen verkloppt und Schatztruhen aufbrecht, könnt ihr eure Taschen mit Schwertern, Hüten, Gürteln und Ringen füllen.

Der eigentliche Inventarbildschirm gehört zu den kompliziertesten und am wenigsten intuitiven Menüs, die ich je gesehen habe.

Zuallererst: Was in aller Welt ist mit der Anzeige passiert, die einem klar und deutlich anzeigen sollte, ob ein Schwert stärker ist als das, das man gerade in den Händen hält?

Die vielen Zahlen zu lesen und dann zu entscheiden, welches am stärksten ist, macht in etwa genauso viel Spaß wie die eigene Steuererklärung. Dasselbe gilt für das Finden von Waffen, die man nicht nutzen kann, bevor sich die eigenen Stärke- oder Magieverwerte verbessert haben: Jedoch befinden sich eure Waffen und Werte auf zwei unterschiedlichen Seiten. Das ist unfassbar ungeschickt gelöst.

In einem Menü versteckt gibt es eine clevere und erstaunlich intuitive Alternative. Ihr könnt eure niedrigwertige Ausrüstung „automatisch umwandeln“lassen, was bedeutet, dass sich schrottige Schwerter und ineffektive Helme in Gold verwandeln, sobald ihr diese aufsammelt.

Titan Pest

Gameloft ist nicht gerade für Kreativität bekannt, also erwartet keine große Story. Euer Charakter – ihr dürft euch zwischen einem Magier, einem Gauner oder einem Krieger entscheiden – ist ein erst kürzlich verstorbener Held von Gothicus (im Ernst), der von einer Fee wiederbelebt wurde und dann von ihr den Auftrag bekam, loszuziehen um die tyrannische Königin zu töten.

In bewährter
Legend of Zelda-Manier wird euch diese Fee die ganze Zeit folgen, sich mit nutzlosen Informationen zu Wort melden und euch auch ansonsten auf die Nerven gehen. Manchmal, wenn sie in der Nähe eines Schatzes ist, piept sie wie ein Metalldetektor und ihr müsst dann langsam mit ihr den Raum abtasten, indem ihr mit euren Fingern über die Rückseite der Vita streicht. Das ist in etwa so spaßig wie es klingt.

Die Quests sind auch nicht viel besser. Verhaut zwei von diesen, sammelt sechs von jenen oder bringt vier von solchen zurück. Man kann auch Bossgegner suchen und töten, aber meiner Erfahrung nach geht es bei diesen nur darum, für etwa fünf Minuten auf der Angriffstaste herumzudrücken und nach jedem gemeinen, unfairen, unausweichbaren und unglaublich harten Angriff einen Heiltrank runterzukippen. Wie gesagt, Worte vermögen kaum auszudrücken, wie langweilig und frustrierend das ist.

Das „Alliance“ im Titel von
Dungeon Hunter bezieht sich auf den Online-Koop. Dieser bietet definitiv das, was auf der Rückseite der Verpackung geschrieben steht – bis zu vier Spieler können endlos gemeinsam Spinnen plattmachen und mittels Textbotschaften oder dem Sprachchat der Vita miteinander kommunizieren.

Dies macht das Spiel etwas angenehmer, allerdings in derselben Art und Weise wie Verbluten etwas weniger schlimm ist, wenn dir ein Freund
dabei die Hand hält.

3
Fazit: 
Dungeon Hunter: Alliance ist ein lausiges Game. Es ist nie wirklich zu genießen, technisch dürftig und sieht einfach schrottig aus. Es könnte durchaus der mieseste Titel im gesamten Start-Lineup der Vita sein.

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