Testbericht Curiosity – what’s inside the cube (iOS) Review

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Ich bin die fünftausenddreihundertzweiundzwanzigste Person, die Curiosity heruntergeladen hat und spielt. Das weiß ich, weil 22Cans' erster experimenteller Ausflug in den App Store es mir beim Download verraten hat. Es ist Teil des Nebels und der Spiegel, die das Spiel umgeben – eine weitere Ablenkung, eine weitere Linie an Fragen.

Sind die 5.321 anderen Leute, die den Würfel schon bearbeiten, meine Verbündeten oder meine Feinde? Es kann nur einer herausfinden, was sich im Zentrum des schwarzen Körpers befindet, das macht letztendlich die Curiosity-Erfahrung aus.

Also fange ich an zu graben. Es ist eine einfach, eine sich immer wiederholende Aktion, die mit Glockenspiel und gelegentlichem Verdienen von Münzen belohnt wird. Alles im Namen des weit entfernten, vielleicht unerreichbaren Ziels. Und alle um mich herum tun genau dasselbe.

Molyneux' Box

In gewisser Weise entledigt sich Curiosity all dem Firlefanz, den wir inzwischen von unserer digitaler Unterhaltung erwarten. Ihr habt aber eine Motivation, egal wie weit entfernt und gespensterhaft sie sein mag, und ihr habt eine Aktion.

Am Anfang könnt ihr euch zurücklehnen und über die Form staunen, die in einem weißen Raum schwebt, dessen schwarzer Sims bereits von unzähligen Fingern bearbeitet wurde. Manche haben raue oder erhabene Nachrichten hinterlassen oder grüne Hieroglyphen hineingeschnitzt, die funkeln, wenn ihr über sie streicht. Es hat etwas Inspirierendes.

Und so wagt ihr den Sprung und tretet in Aktion. Ihr findet eine noch unberührte Fläche auf dem Würfel, irgendwo, die noch nicht von den unsichtbaren patriotischen Feinden markiert wurde, und beginnt, die schwarzen Blöcken zu entfernen, aus denen die erste Schicht der Struktur besteht.

Vielleicht wählt ihr anfangs das Gießkannenprinzip, indem ihr möglichst viele Finger nutzt, um auf den Bildschirm zu hämmern. Das erweist sich jedoch als weniger nützlich, als einen einheitlichen Raum zu beackern. Oder vielleicht hinterlasst ihr euer persönliches, vergängliches Zeichen – eine gezackte Unterschrift oder ein etwas kindliches Bild auf einer Leinwand, die bald sauber überarbeitet wird.

Begeisterung zum Quadrat

Denn genau das ist Curiosity derzeit: ein leerer Raum, pockennarbig mit Nichtigkeiten und Dingen verziert, was alles in ein paar Stunden oder Tagen wieder ersetzt wird, durch eine Reihe von Bildern, Worten und akkurat gesäuberten Flächen.

Die Münzen, die ihr quasi ausgrabt, könnt ihr gegen eine Vielzahl von Werkzeugen ausgeben, um schneller voranzukommen. Bomben, Böller und Spitzhacken aus verschiedenen Materialien sind verfügbar, einige zu vernünftigen Preisen, andere für umwerfernde, exorbitante. Die sagenumwobene Spitzhacke aus Diamanten beispielsweise kostet 3 Milliarden Münzen.

Doch egal, ob ihr sie kauft oder nicht, die Fragen bleiben bestehen – sind die anderen Leute hier, die auch an der Hülle dieses Rätsels kratzen, nun Freunde oder Feinde? Wollt ihr als Erstes ins Zentrum gelangen oder seid ihr nur dort, um Rillen aus dem Würfel zu kratzen, die ein bisschen wie euer Name aussehen?

Die Katze lebt noch

Ich habe keine Ahnung, was sich in der Mitte des Würfels befindet. Aber letztendlich ist dieser nebulöse MacGuffin, der am Ende unseres Hackens und Tippens wartet, eine bemerkenswerte Kreation, gefertigt von Molyneux und dem Rest von 22Cans.

Es ist eine Abkehr der ersten Ordnung, ein Grund, dass wir uns in einem völlig leeren Raum fallen lassen und Würfel zerschlagen, wie auch immer wir es für richtig halten. Curiosity ist ein Spiel über Zwang, wie und warum wir spielen und nicht zuletzt auch über Vergänglichkeit.

Spielt es wirklich eine Rolle, was sich im Inneren des Würfels befindet? Für manche Leute, ja. Der Rest von uns schafft sich eine eigene Reise dorthin, Quadrat für Quadrat.

9
Fazit: 
Es ist schwierig, einer Erfahrung wie Curiosity einen numerischen Score zu verleihen, aber das Game verdient es definitiv, dass es so viele Menschen wie nur möglich erleben

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