Testbericht Asus Transformer Prime Review

Asus' Original-Transformer war ein Tablet, das sich sowohl zur Arbeit, als auch zum Vergnügen gut eignete – jedenfalls so lange ihr die zusätzliche (und teure) Tastatur mit dazu gekauft hattet.
Mit dem Transformer Prime hat Asus nun Tastatur und Tablet in ein Paket gepackt. Aber glaubt nicht, dass die innere Leistungsfähigkeit deswegen vernachlässigt wurde.
Mit dem starken Tegra 3-Prozessor und dem Betriebssystem Ice Cream Sandwich klettert das Gerät an die Spitze aller Android-Systeme (zumindest für diesen Moment) und steht Apple- oder Samsung-Geräten in nichts mehr nach.
Obwohl hier und da ein paar Schwachstellen den Gesamteindruck trüben, und das Gerät eine Reihe von Firmware-Updates erfordert, um fachgerecht zu laufen, macht Asus mit dem Prime einen großen Schritt nach vorn im immer voller werdenden Tablet-Bereich.
Hardware und erste Eindrücke
Was das Design angeht, sieht das Transformer Prime in vielerlei Hinsicht anders aus als sein Vorgänger.
Die schnöd-kolorierte Gummirückseite wurde durch stylishes Metall ersetzt, wodurch das Tablet zwar nicht mehr so sicher in der Hand liegt, allgemein aber einen schlankeren und ausgewogeneren Eindruck macht.
Unter dem sportlichen Körper befindet sich eine erstaunliche Anzahl an Ports, von denen über die Hälfte zum Anschließen der Tastatur da ist. Seitlich befinden sich Mini-HDMI-Anschluss und Micro-SD-Kartenslot.
Das Prime liegt sicher und komfortabel in den Händen und wiegt nur 586 Gramm, was gegenüber dem iPad 3 (652 g) sehr gut, gegenüber dem Galaxy Tab 10.1 (565 g) etwas weniger gut ist.
Der 16:9-Widescreen eignet sich besonders, um Filme mit weiten Landschaften zu schauen. Senkrecht gehalten nimmt der Header von Internetseiten aber zu viel Platz ein.
Während meiner ersten paar Tage mit dem Prime hatte ich ein paar Stabilitäts-Probleme – vor allem Grafikfehler, die nur nach einem harten Neustart wieder verschwanden – aber Firmware-Updates konnten schnell Abhilfe schaffen.
Während ich diesen Review schreibe, steht sicher schon wieder ein neuer Patch zur Verfügung. Ich teste das Gerät aber seit einem Monat und bin bisher auf nichts gestoßen, was ernst genug wäre, um eine Warnung auszusprechen.
Software – Bedienung
Eines der besten Features von Prime ist momentan leider nicht allzu oft auf dem Markt vertreten, nämlich Android Ice Cream Sandwich.
Die Unterschiede zu Gingerbread oder iOS sind wie Tag und Nacht. Alle Vorgänge laufen flüssig ab (zweifellos dank des Tegra 3-Prozessors), Multitasking ist wesentlich einfacher und Widgets und andere visuell charmante Details machen es noch moderner als das aktuelle iOS.
Selbst diejenigen, die an Honeycomb, Xoom oder Galaxy 10.1 gewöhnt sind, sollten einige neue und nützliche Features finden, zum Beispiel einen schnellen Standardbrowser. ICS ist es nicht unbedingt Wert, sich ein neues Tablet zu kaufen, aber es ergänzt Androids starkes Arsenal um eine weitere Perle.
Ansonsten setzt Asus sein eigenes Cloud-System namens MyCloud ein (welches problemlos mit dem PC kompatibel ist), sein eigenes Schreib- und Datenmanagement-Programm namens Polaris Office, MyLibrary zum Lesen von E-Books und eine lokale Sharing-App für Mediendaten namens MyNet.
Die Apps sind vielleicht keine Augenweiden wie die von Google+ oder Apple, aber sie funktionieren reibungslos, und die Installation geht flüssig von der Hand.
Wem das vorinstallierte Schreibprogramm nicht genug ist, dem steht immer noch Google Docs oder eine von vielen anderen Office-Apps zur Verfügung. Die Tastatur behebt zwar das lästige Touchscreen-Problem beim Schreiben, eine Mausunterstützung würde dem Ganzen aber gut tun, da die Bedienung des Interfaces bei angeschlossener Tastatur zu umständlich ist.
Die Tastatur
Genau wie Tablets mit Windows 7 kaum zu benutzen sind, ist Android nicht gerade zum Bedienen von Trackpads gemacht.
Die Tastatur selbst lässt sich leider nur als schrecklich schwammig bezeichnen. Die Knöpfe sind angenehm groß, was natürlich ein großes Plus für jede Schreib-Session ist, im Vergleich mit Laptop-, Netbook- oder Ultrabook-Tastaturen sind sie aber merklich kleiner.
Die klitzekleinen Gummifüße an der Rückseite sorgen kaum für ein sicheres Schreibgefühl. Sie sind so winzig, dass die Tastatur bei jedem Tippen ein kleines Stück nach vorne rutscht.
Dafür arbeitet die Tastatur aber wie ein Extra-Akku und verlängert die Akkulaufzeit des Tablets ums Doppelte, womit sich das Prime vor gängigen Netbooks nicht verstecken braucht.
Software – Spiele
Steckt man statt der Tastatur einen Xbox-Controller in den USB-Port, verwandelt sich der Transformer in ein Spielezimmer.
Die Controller-Unterstützung kommt direkt aus dem Gerät. Nach einer kurzen Pause nach dem Anstöpseln geht ihr einfach ins vorinstallierte Tegra Zone-Portal und schnappt euch eins der (grafisch beeindruckenden) Games.
Wie auf allen Android-Tablets könnt ihr auch hier OnLive installieren und euch binnen Sekunden mit Titeln wie Darksiders vergnügen (und das mit ordentlicher Controller-Steuerung). Das ist bei der steigenden Zahl an über Google Play erhältlichen Android-Spielen eine tolle Erweiterung, die das Prime in Sachen Gaming sogar über das iPad hebt – abgesehen von der relativ geringen Zahl an Plattform-exklusiven Spielen.
Der einzige Nachteil ist, dass mache Spiele keinen Controller unterstützen. Doch auch Retro-Fans werden mit der riesigen Auswahl an Android-Emulatoren auf Google Play bestens versorgt. Die decken nämlich so gut wie jeden Computer und jede Konsole ab.
Man muss wohl noch ein Weilchen warten, bis der nächste große iOS-Titel auch für Android erscheint, aber das Prime kann viel mehr, als bloß Polygone auf den Bildschirm zu zaubern.
Und die sich ständig vergrößernde Auswahl an Tegra-exklusiven Titeln macht es zum absolut formidablen Gaming-Tablet.
Fazit
Wenn ihr ein Tablet für die Arbeit sucht, leidet das Prime noch unter zu vielen Schwächen, um mit den größeren Laptops oder Netbooks mithalten zu können.
In Sachen Akkulaufzeit und Größe überflügelt das Prime aber viele gängige Geräte (vielleicht mit der Ausnahme von anstehenden Ultrabooks). Die Tastatur kann jedoch nicht wirklich mithalten und fortgeschrittene Benutzer werden ein hochwertiges Schreibprogramm wie Microsoft Office vermissen.
Nichtsdestotrotz hat Asus mit dem Transformer Prime eines der besten Tablets überhaupt auf den Markt gebracht. Die flüssige Bedienung von Ice Cream Sandwich, die Geschwindigkeit des Tegra 3-Prozessors und die Vielseitigkeit durch den USB-Port machen es schwer, nicht beeindruckt zu sein.